Weltpremiere: KOKO SUNYI

Dokumentarfilm, 124 Min. Südkorea 2022, mit englischen Untertitel

Der US-Gefangenenbericht Nr. 49 wird oft von japanischen Geschichtsleugner*innen als Beweis dafür benutzt, dass die sogenannten Trostfrauen, die durch das japanische Militär im Zweiten Weltkrieg versklavt wurden, ein luxuriöses Leben geführt hätten und Prostituierte waren. Dem Regisseur, Lee Seok Jae, gelingt es die „Trostfrau“ namens Koko Sunyi ausfindig zu machen und herauszufinden, wer unter welchen Umständen den Bericht verfasste. Die Spurensuche führt ihn von Hamyang, Jeju (Korea), über Miyiktyina (Myanmar), Pakistan, bis in die USA und Australien.

Die Weltpremiere wird am 04.08.2022 um 16h im Kino Arsenal Berlin stattfinden, mit anschließendem Q&A mit dem Filmproduzenten Kiwoong Nam. Anschließend wird der Film auch in Kassel und Frankfurt a.M. gezeigt, bevor er in Südkorea in die Kinos kommt.

Termine:

Berlin, Do. 4.8.2022, 16 Uhr
Kino Arsenal
Potsdamer Str. 2
10785 Berlin

Kassel, Fr. 5.8.2022, 18 Uhr
ALS 1 / Raum 0106
Universitätsplatz 8
34127 Kassel

Frankfurt a.M., Sa. 6.8.2022, 17 Uhr
Koreanische Evangelische Kirchengemeinde Rhein Main
Sondershausenstr. 51a
60326 Frankfurt

Trailer zum Film

Über den Film

„Koko Sunyi” ist der weltweit erste Film, der die Glaubhaftigkeit des Verhörberichts Nr. 49 des US Office of War Information hinterfragt. Der Bericht Nr. 49 wird von häufig Geschichtsrevisionist*innen als angeblicher Beweis gegen die „Trostfrauen“ benutzt, die im Zweiten Weltkrieg von der japanischen Armee sexuell versklavt wurden. Im Film wird hinterfragt, wer den Verhörbericht der 20 gefangenen koreanischen „Trostfrauen“ ohne Dolmetscher*innen durchführte. Es kommt hier die grundlegende Frage auf, ob die japanische Armee ihre Schuld leugnen kann, indem sie versucht, die „Trostfrauen“ als freiwillige Prostituierte darzustellen.

‘Koko Sunyi’ – Der Name aller, die nicht nach Hause zurückkehren konnten

Im Mai 1942 reiste das Ehepaar Kitamura, genannt Papa-san und Mama-san, auf Anraten des in Korea stationierten japanischen Militärkommandos durch das ganze Land, um Mädchen und Frauen zu finden. Sie wurden angeworben, unter dem Vorwand, eine Arbeit finden zu können, ohne den wahren Zweck der sexuellen Sklaverei zu verraten. Sie wurden über Busan, Taiwan und Singapur in ein Lager für sexuelle Sklaverei in Myanmar verschleppt. Im August 1944, als das japanische Militär besiegt war, wurden 20 koreanische Frauen gefangen genommen und von den alliierten Streitkräften auf Japanisch und Englisch verhört, was sie nicht verstanden. Danach wurden sie ohne Angabe von Gründen über ganz Indien verstreut. Später entdeckte man in dem Bericht Nr. 49 die koreanischen „Trostfrauen“. Die Einzige, deren Heimatadresse und Verbleib ausfindig gemacht werden konnte, heißt „Koko Sunyi“.

Angaben zum Film:

Titel: KOKO SUNYI
Regie: Lee Seok Jae
Weltpremiere in Berlin: Do. 4. August 2022
Premiere in Korea: 25. August 2022
Produktion: KBS
Co-Produktion & Vertrieb: Connect Pictures